Tag 2 – Shanklin – Hoy´s Monument/The Hermitage (IoW)

Von Shanklin zum The Hermitage Country House (Hoy Monument) in St. Cathrines Hill, 19,5 km

Wie die Wölfe stürzen wir uns am Morgen auf das Frühstück „Full English“ und „Porridge“ – beides mit total leerem Magen – absolut köstlich. Als wir unsere Rucksäcke greifen fühlen sich diese und unsere Beine um einiges schwerer an als am Vortag.

Wir verlassen das Hotel das oben auf der Klippe liegt und laufen über den Sandstrand. Doch schon bald müssen wir wieder hinauf – über eine sehr steile Treppe. Keiner spricht, jeder kämpft für sich und so haben wir keine Augen für die Schönheit der Umgebung oder die Shanklin Cline – einer Mündungsschlucht mit üppiger Vegetation und Wasserfällen.

Was soll dieser Wahnsinn, ich kann nicht mehr, ich will aufhören – will nach hause. Später am Abend wird sich zeigen, dass das nicht nur meine Gedanken waren. Aber keiner hat es ausgesprochen und so haben wir die Klippe des aufgebens, die uns in der ersten Stunde nach dem Aufbruch auf uns lauerte, ganz knapp umschifft.

Nach einem kurzen Wegstück durch die Ortschaft führt der Coastal Path, der 67 Meilen (108 KM) umfasst, erneut direkt an der Küste entlang. Die Aussicht über die Shandon Bay und kleine Wäldchen vertreibt das Leistungstief. In Ventnor durchlaufen wir den Botanic Garden und belohnen uns mit Tee, Scones und Clotted Creme. Ab der Woody Bay verläuft der Weg etwas weiter weg von der Küste.

Bald biegen wir nach Niton in Richtung Inland ab und langsam machen und die Sommertemperaturen und die Erschöpfung zu schaffen und unsere Schritte werden immer langsamer. Jetzt geht es auch noch bergauf, durch einen langen buschigen Hohlweg. An dessen Ende liegt eine weitläufige Weide mit etlichen Schafen vor uns. Ein schönes Bild und unser Quartier sollte nun auch nicht mehr fern sein. Wir erreichen das Hoy Monument, das an den Besuch des Russischen Zaren 1814 in Großbritannien erinnert. Hier um die Ecke muss doch das Hermitage Country House sein. Doch wir irren etliche schmerzliche Meter erfolglos bergauf und bergab durch den Wald. An einem Wohnhaus erhalte wir endlich den rettenden Hinweis und sind kurz drauf am Ziel.

Das Manor (Herrenhaus) ist eine Wucht – nur das sich jetzt zeigt, was Bed & Breakfast bedeutet – keine Chance auf Abendessen vor Ort. Aber in nur füfn Meilen gäbe es ein vorzügliches Pub. Wir entscheiden uns gegen die Bonuskilometer und wenden uns statt dessen der Vertrauensbar zu. Jeder vermerkt auf der Verbrauchsliste die Zutaten für zwei Gin and Tonic und so schlafen wir auch ohne Dinner bald tief und fest in weißen Laken und Blumenmuster.

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